Pferdefotos im Schnee – 9 Tipps für bessere Fotos!

Es ist soweit – der erste Schnee hat Deutschland erreicht und damit beginnt für alle Pferdefotografen eine ganz besonders schöne Zeit voller magischer Momente und toller Bilder. Damit auch du diesen Winter wunderbare Pferdefotos im Schnee zaubern kannst, habe ich dir hier  meine 9 Tipps für bessere Schnee Fotos gesammelt!

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1. Schnee als natürlicher Diffusor

Das wunderschöne an einer verschneiten Landschaft ist, dass Schnee wie ein riesengroßer natürlicher Diffusor wirkt. Das heißt, der Schnee hellt von unten dein Motiv wunderbar auf und zaubert in alle Augen einen wunderbaren Glanzpunkt. Das hilft dir auch dann, wenn kein Kaiserwetter herrscht, sondern eher das öfter vorkommende trübe Schnee Grau. Du wirst schnell bemerken, dass du dennoch mit geriner ISO arbeiten kannst, eben weil der Schnee dir hilft!

Übrigens ist es einfacher, bei Schnee und bedecktem Himmel zu fotografieren, da dir dann der Schnee nicht so schnell ausbrennt. Du solltest immer darauf achten, dass in der Schneefläche noch Textur zu erkennen ist! Nichts ist langweiliger, als eine ausgebrannte, große weiße Fläche…

2. Richtige Belichtung ist alles

Bei Schnee in einer (Halb-)Automatik zu fotografieren, führt ganz schnell dazu, dass die Bilder wahleise über- oder unterbelichtet sind. Die große weiße Fläche versucht die Kamera abzudunkeln, wodurch auch das eigentliche Motiv verschwindet. Wahlweise ist das Motiv korrekt belichtet, aber der Schnee viel zu hell.

Abhilfe schafft hier der manuelle Modus! Hier hast du selbst die volle Kontrolle über deinen Bildlook!

Du solltest auf eine ausgewogene Belichtung achten: Motiv sichtbar, Schnee nicht überbelichtet (es sollte noch die Textur des Schnees zu erkennen sein!). Wie so oft bei Foto-Anleitungen, kann ich keine allgemeingültige Einstellung bieten, die immer funktionieren wird.

Viel mehr solltest du, wie bei jedem anderen Bild, auch im Vorfeld entscheiden: Mit welcher Blende möchtest du was für einen Bildlook kreieren? Gehen wir davon aus, dass du ein Kopfportrait eines Pferdes aufnehmen möchtest, mit toller Freistellung. Du wählst Blende 2.8 – da die Sonne scheint, brauchst du keinen hohen Isowert und musst den Lichteinfall noch durch eine kurze Belichtungszeit steuern. Oder andersrum: Es scheint keine Sonne, du wählst Blende 2.8 (und hast dadurch ja auch schon mehr Lichteinfall auf den Sensor), eine möglichst lange Belichtungszeit, die bei Pferden und deinen inviduellen Fähigkeiten die Kamera ruhig zu halten noch funktioniert und dazu passt du dann die Iso noch an, damit sowohl dein Motiv ausreichend belichtet ist, aber eben auch der Schnee noch deutlich Textur erkennen lässt!

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3. Glitzereffekte einfangen

Wenn du an Schnee denkst, fällt dir zuerst das wunderbare feine Glitzern von Licht auf Schnee ein? Mir auch! Dieses kannst du ganz besonders schön in der goldenen Stunde einfangen, wenn die Sonne sehr tief über dem Horizont steht. Also bei Sonnenauf- oder untergang. Auch hier musst du darauf achten, dass du nicht zu hell belichtest, sonst geht das schöne Glitzern sofort verloren! Wenn du deinen Weißabgleich ein wenig wärmer einstellst, kannst du auch das feine Rosa oder Orange im Glitzern einfangen!

4. Der richtige Weißabgleich!

Im Gegensatz zu den Sommerbildern, wo alle gerne mit einem sehr organgenen Weißabgleich arbeiten, solltest du bei deinen Winterbildern im Schnee ganz besonders auf deinen Bildlook achten. Wenn du im Gegenlicht arbeitest, zB ein sanfter Sonnenaufgang auf verschneitem Feld, kann ein orangener WB von ca. 6000kv gut funktionieren. Für gewöhnlich schauen Winterbilder aber mit einem deutlich kühleren WB ins Blaue besser aus!

Aber Achtung: So schnell wie  man die Bilder im Sommer zu orange macht, so schnell werden Winterbilder zu  blau und wirken damit sehr künstlich und unecht. Ein gesundes Mittelmaß ist hier wie so oft im Leben die richtige Wahl!

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5. Gegenlicht meistern

Der Vorteil am Winter ist, dass die Sonne sehr schräg am Horizont steht und uns damit sehr lange Zeiten von feinem Zauberlicht schenkt. Die besonders schönen Gegenlichtbilder entstehen Minuten nach Sonnenaufgang, bzw vor Sonnenuntergang – wenn die Sonne die Schneedecke berührt und ihre Strahlen über die Felder schickt (wie poetisch 😀 ).

Nichtsdestotrotz bleibt Gegenlicht auch im Winter eine Herausforderung für dein Equipment und dich! Um zu verhindern, dass dein Autofokus verzweifelt einen Punkt zum Scharfstellen sucht, rate ich dir einen Schritt zur Seite zu gehen. Stelle dich niemals ganz frontal zur Gegenlichtsituation, sondern immer einen kleinen Schritt schräg dazu. Das erleichtert es dir ungemein zu fokussieren!

Wenn du ein Pferd-Mensch-Paar vor der Linse hast, kannst du dir außerdem dadurch helfen, dass du auf das Gesicht des Menschen fokusierst, dieses ist heller und es fällt dem Autofokus einfacher Strukturen zu erkennen!

6. Schneegestöber überleben

Bei einer geplanten Foto-Session im Schnee kann es dir auch immer passieren, dass du in ein Schneegestöber gerätst. Hier musst du einmal gut abwägen, ob die Situation noch zumutbar für deine Models, sowie deine Ausrüstung ist. Wenn dem so ist, dann solltest du vor allem darauf achten, dass kein Schnee auf deine Linse gerät, sonst darfst du im Nachhinein viele Wasserflecken retuschieren. Ebenso solltest du dich darauf vorbereiten, dass mit zunehmendem Schneefall auch die Fokussierung immer schwieriger wird! Die Kamera wird schnell abgelenkt und versucht die Schneeflocken scharf zu stellen. Lass dich davon nicht beirren und kontrolliere immer wieder am Display, ob du dein gewünschtes Motiv wirklich scharf abgebildet hast.

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7. Kamera und Akku warm halten!

Die Kälte ist eine besondere Herausforderung für deine Ausrüstung. Du solltest vor allem darauf achten, deinen Akku warm zu halten, denn dieser mag die niedrigen Temperaturen bei Schnee gar nicht. Die niedrigen Temperaturen verringern die Leistungsfähigkeit deines Akkus. Also Obacht – wenn du sonst mit einem Akku locker 8 Stunden am Stück arbeiten kannst, solltest du im Winter lieber mit einer deutlich kürzeren Laufzeit rechnen. Im besten Fall nimmst du einen oder zwei Ersatzakkus mit und bewahrst diese am Körper auf (ich habe zB eine tolle Tasche an meinem Schneeoverall, wo die Akkus warm bleiben und keine Feuchtigkeit abbekommen können).

8. Halte dich selbst warm und trocken!

A propos Schneeoverall – für wirklich gute Fotos im Schnee ist es sehr wichtig, dass du selbst optimal ausgestattet bist. Nur, wenn dir warm und angenehm ist und du dich gut bewegen kannst, kannst du ein gesamtes Shooting hindurch volle Leistung geben! Ich arbeite am liebsten in einem Schneeoverall (ich habe einen, mit dem man auch reiten kann, aber ein normaler Skianzug taugt auch), da ich mich so auch durch den Schnee rollen kann, ohne, dass irgendwo Schnee zwischen meine Schichten rieselt…Darunter trage ich hochwertige Skiunterwäsche und wie immer meine Wanderschuhe, die ich das ganze Jahr benutze.

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9. Kamera nach dem Shooting trocken

Wenn du im Winter von einem Schnee Termin nach Hause kommst, solltest du deine Kamera langsam an die Temperaturunterschiede von draußen nach drinnen heranführen!

Ich nehme die Speicherkarte immer schon direkt nach dem Shooting aus der Kamera (und kann dann direkt zuhause darauf zugreifen) und trockne die Kamera mit einem Tuch ab. Dann verstaue ich sie im Kamerarucksack. Diesen nehme ich mit nach drinnen, lasse ihn aber zunächst im Flur liegen, da es dort für gewöhnlich kühler ist, als in den Wohnräumen. Nach einer ganzen Weile öffne ich den Reißverschluss. Meist verweilt die Kamera so dann über Nacht, bevor ich sie in mein Büro räume. Dann nehme ich die Kamera aus dem Rucksack heraus und lege sie nochmal in einen extra Beutel mit Entfeuchterkügelchen. Diese ziehen auch die restliche Feuchtigkeit aus der Kamera.

Würde die Kamera einem schnelleren Temperaturwechsel ausgesetzt sein, sammelt sich zu viel Feuchtigkeit im Body und kann deine Kamera in Windeseile schachmatt setzen. Das Kondenswasser kann deinen Sucher oder die Linse trüben und im schlimmsten Fall zu Rostbildung im Inneren führen. Vielleicht ist mein Ablauf ein wenig überfürsorglich, aber ich hatte bereits einmal einen Wasserschaden an einer Kamera und möchte das nicht wiederholen.


Los geht’s mit deinen Pferdefotos im Schnee!

Du siehst – entgegen vieler Forenbeiträge ist Schnee eigentlich auch kein großes Problem. Also raus mit dir ins Winterwunderland und los gehts mit den Schneefotos! Verlinke doch deine Ergebnisse dann gerne auf Instagram mit dem #equinephotolove , dann kann ich daran teilnehmen (und wer weiß – vielleicht stelle ich sogar ein Bild auf meinem Account vor!).

Übrigens – du kannst deine Schneeversuche gerne auch unter meiner Anleitung starten und in deinem persönlichen Einzelcoaching direkt live von mir lernen und vor Ort umsetzen!